Sparbuch und Tagesgeld bringen kaum noch Zinsen, ein Vermögen an der Börse aufzubauen klingt dagegen kompliziert und riskant. Genau hier setzt der ETF-Sparplan für Anfänger an: Schon ab etwa 25 Euro im Monat legen Sie automatisch Geld breit gestreut an – ohne Börsenwissen, ohne ständiges Beobachten und mit überschaubaren Kosten.
Was ist ein ETF überhaupt?
ETF steht für „Exchange Traded Fund“, auf Deutsch: börsengehandelter Indexfonds. Vereinfacht gesagt ist ein ETF ein Korb voller Aktien, der einen bestimmten Index nachbildet. Bekanntestes Beispiel ist der MSCI World, der die Aktien von rund 1.500 großen Unternehmen aus Industrieländern weltweit enthält. Kaufen Sie einen Anteil an diesem ETF, sind Sie mit einem einzigen Produkt an all diesen Unternehmen beteiligt.
Der entscheidende Unterschied zu klassischen Fonds: Bei einem ETF entscheidet kein teurer Fondsmanager, welche Aktien gekauft werden. Der Fonds bildet einfach stur den Index ab. Das macht ETFs deutlich günstiger – ein Kostenvorteil, der sich über die Jahre spürbar auf Ihre Rendite auswirkt.
Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?
Ein Sparplan ist im Grunde ein Dauerauftrag für die Börse. Sie legen einmal fest, welchen ETF Sie besparen möchten und mit welchem Betrag – zum Beispiel 100 Euro am ersten jeden Monats. Ab dann kauft Ihre Bank oder Ihr Online-Broker für Sie ganz automatisch Anteile dieses ETFs, auch in Bruchteilen. Sie müssen sich um nichts weiter kümmern.
Dieser Automatismus hat einen angenehmen Nebeneffekt, den Fachleute „Cost-Average-Effekt“ nennen: Weil Sie immer den gleichen Betrag investieren, kaufen Sie bei hohen Kursen automatisch weniger Anteile und bei niedrigen Kursen mehr. So müssen Sie nicht den perfekten Einstiegszeitpunkt erraten – ein großer Vorteil gerade für Anfänger.
„Beim ETF-Sparplan gewinnt nicht, wer den richtigen Moment trifft, sondern wer früh anfängt und einfach dranbleibt.“
Wie viel kann am Ende herauskommen?
Niemand kann künftige Kurse vorhersagen, und Renditen der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft. Breit gestreute Aktien-ETFs haben über lange Zeiträume aber im Schnitt grob 6 bis 7 Prozent pro Jahr erwirtschaftet. Mit dieser groben Annahme lässt sich gut zeigen, warum sich Geduld auszahlt:
Die Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel und keine Zusage. Sie machen aber deutlich: Der wichtigste Hebel ist die Zeit. Wer früh mit kleinen Beträgen startet, profitiert am Ende stärker vom Zinseszins als jemand, der spät mit hohen Beträgen einsteigt.
Worauf Anfänger beim ETF-Sparplan achten sollten
Die Auswahl an ETFs und Anbietern ist riesig, doch für den Einstieg genügen wenige Kriterien. Diese Punkte helfen bei der Entscheidung:
- Breite Streuung wählen: Ein weltweiter Index wie MSCI World oder FTSE All-World verteilt das Risiko über viele Länder und Branchen.
- Auf die laufenden Kosten achten: Die Gesamtkostenquote (TER) günstiger ETFs liegt oft bei 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr.
- Sparplan-Konditionen vergleichen: Viele Broker führen ETF-Sparpläne kostenlos oder für wenige Cent pro Ausführung aus.
- Thesaurierend oder ausschüttend: Beim Vermögensaufbau ist ein thesaurierender ETF praktisch, weil er Erträge automatisch wieder anlegt.
- Realistische Sparrate festlegen: Lieber dauerhaft 50 Euro durchhalten als nach drei Monaten 200 Euro wieder pausieren.
Welche Risiken gibt es?
Ein ETF-Sparplan ist kein Sparbuch: Die Kurse schwanken, und zwischenzeitlich kann Ihr Depot auch deutlich im Minus stehen. Wer in einer schwachen Börsenphase nervös verkauft, macht aus Buchverlusten echte Verluste. Genau deshalb gilt ein ETF-Sparplan als Werkzeug für den langen Atem – Geld, das Sie in den nächsten Jahren fest benötigen, gehört nicht in Aktien-ETFs, sondern lieber aufs Tagesgeld.
Ein gut gefüllter Notgroschen auf einem jederzeit verfügbaren Konto ist deshalb die sinnvolle Grundlage, bevor Sie mit dem Sparplan starten. So müssen Sie Ihre ETF-Anteile nicht ausgerechnet dann verkaufen, wenn die Kurse gerade niedrig sind.